Die Liebe zum Essen

Yummy: Tobias Pfeiffer - Rezept Gebackene Falafel

Phonk-Redakteurin Laura hat ihren Schwager – Profikoch Tobias Pfeiffer – um ein leckeres Rezept zum Nachkochen gebeten

Familie bedeutet für mich, sich zusammen hinzusetzten und gemeinsam zu essen. Jeden Tag nach der Schule rückten ich und meine drei Geschwister auf der Eckbank in unserer Küche zusammen und aßen zusammen zu Mittag. Am Mittagstisch war jeder willkommen. Freunde, Nachbarskinder und Klassenkameraden. Meiner Mama machte das Kochen Spaß und nun, da wir vier erwachsen sind, wechseln wir uns mit dem Gastgeber-Dasein ab. Für diese Phonk-Ausgabe habe ich einen ganz besonderen Koch der Familie gebeten, mit mir ein Rezept zu gestalten: meinen Schwager Tobias.

Tobias Pfeiffer ist Küchenchef des Inklusionshotel Anne Sophie in Künzelsau, in dem er bereits seit zwölf Jahren arbeitet. Das Ziel des Inklusionshotel ist es, Strukturen zu schaffen, die es Menschen mit Handicap ermöglichen, ein wertvoller Teil der Arbeitswelt und unserer Gesellschaft zu sein. „Carmen Würth sagte einmal: ‚Jeder Mensch hat eine Behinderung. Der ein oder andere kann sie nur besser verstecken.‘ Da steckt so viel Wahrheit drin und ich bin sehr dankbar ein Teil dieses Projektes sein zu dürfen“, erzählt Tobias.

Tobias Pfeiffer & Marcus Weber - Hotel Anne Sophie Künzelsau
Tobias Pfeiffer mit seinem Kollegen Marcus Weber

Die Aufgabe, die ich ihm gestellt habe, war es, ein Gericht zu kochen, das nicht teuer sein sollte, möglichst vegetarisch ist und bei dem jede*r die Möglichkeit hat, dieses einfach zu Hause nachzukochen.


Weitere Rezepte:

  1. Vegetarische Paprika-Pasta von Saban Camili
  2. Vegane Bolognese - Rezept (Luisa Braun)
  3. Yummy - Salt & Pepper Heilbronn (Reyhan Friend)

Tobias Pfeiffer im Interview

Hast du eine bestimmte Philosophie, wenn du dich an den Herd stellst?
Wenn ich eine Philosophie habe, dann heißt die wahrscheinlich… bloß keine Rezepte. Kochen passiert bei mir meistens aus dem Bauch heraus. Als man vor einer halben Ewigkeit mal die Toten Hosen fragte, wie sie denn ihre Musik beschreiben würden, antworteten sie: „Wir machen Musik wie wir Auto fahren: Nicht besonders gut, aber immer so schnell wie möglich.“ Und so lässt sich das auch auf das Kochen übertragen: Immer so lecker wie möglich. 😉

Was darf in deiner Küche nicht fehlen?
Gute Musik oder ein Hörspiel. Bei dem Rest kann man improvisieren so à la„Wenn der Koch einen Fehler macht, gießt er ein wenig Sauce darüber und sagt, es wäre ein neues Gericht.“ (Paul Bocuse)

Hast du dir das Kochen selbst beigebracht, oder gibt es eine Person, die dich da beeinflusst hat?
Ja und nein. Ein gewisser Eigenantrieb war da schon, bevor ich meine Ausbildung angefangen habe. Beeinflusst haben mich viele Menschen. Angefangen von der Oma und ihrer göttlichen Senfbutter zur Forelle bis hin zu Anthony Bourdains „Geständnisse eines Küchenchefs“. Im Endeffekt beeinflusst dich jeder mit dem du Tag für Tag in der Küche stehst. Ob Azubi oder Küchenchef.

Womit bekochst du deine Lieben, wenn du sie zum Essen einlädst?
Essen ist am schönsten, wenn es kommunikativ ist. Und das passiert, wenn man einfach viele verschiedene Speisen in die Mitte des Tisches stellt und sich dann jeder hier und dort bedienen kann. Genau wie bei unserem Gericht heute. Ansonsten liebe ich Pizza. So vielseitig und für jeden Geschmack was dabei. Definitiv eine der bedeutendsten Errungenschaften der Menschheit.


Das Rezept von Tobias Pfeiffer:

Gebackene Falafel mit Hummus und Mango-Sauce

Gebackene Falafel, Hummus & Mangosauce - Rezept

Essen durfte ich dieses Gericht letztes Jahr in Tel Aviv auf dem Carmel Market. Als kleinen Tipp von einem befreundeten Israeli kann ich noch verraten, dass man einen Teil der Sesampaste in Israel ganz gerne mal durch Erdnussbutter ersetzt oder noch gekochtes Eigelb in den Humus mixt. Das Gericht kommt eigentlich mit wenigen Zutaten aus, da sie sich in dem Rezept immer wiederholen. Bei den Gewürzen kann man nach eigenem Geschmack oder je nach dem, was die Küche hergibt, variieren.

Zutaten:

Gebackene Falafel, Hummus & Mangosauce - Zutaten
  • 300 g Kichererbsen (diese sollte man am Abend zuvor schon in Wasser einweichen) ca. 2,50 €
  • 1 Zitrone ca. 0,50€
  • 3 Knoblauchzehen
  • 1 Pck Backpulver
  • Ras El Hanout (Gewürzmischung)
  • 1 halber Bund frische Petersilie 0,85 €
  • 1 Mango (reif) ca. 1,50 €
  • Tahina (Sesampaste) ca. 2,20 €
  • Olivenöl und Fruchtessig
  • Salz und Pfeffer

Zubereitung:

Gebackene Falafel, Hummus & Mangosauce - Rezept (2)
Gebackene Falafel, Hummus & Mangosauce - Rezept (3)
Gebackene Falafel, Hummus & Mangosauce - Rezept (4)
Gebackene Falafel, Hummus & Mangosauce - Rezept (5)
  1. Wir schütten das Wasser eingelegten Kichererbsen weg, spülen diese erneut aus und halbieren diese in zwei Hälfen, da wir 150 g Kichererbsen für den Falafelteig brauchen, den anderen Teil für den Hummus.
  2. Für den Hummus geben wir 150 g Kichererbsen mit dem Backpulver in einen Topf mit frischem Wasser und lassen diesen 30 Minuten köcheln, bis die Kichererbsen komplett weich sind.
  3. Anschließend pürieren wir die weichen Erbsen mit einer Zehe Knoblauch, einer halben Zwiebel, dem Saft einer halben Zitrone und einem Esslöffel Tahina zu einer glatten sämigen Masse und geben nach Bedarf Olivenöl und Wasser nach, bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist. Anschließend kann der Hummus nach Belieben mit Salz und Pfeffer gewürzt werden. Ein israelischer Geheimtipp ist es, statt dem EL Tahina einen TL Tahina und einen TL Erdnussbutter zu nehmen.
  4. Die andere Hälfte der Kichererbsen für den Falafelteig ebenfalls pürieren, zusammen mit einer Knoblauchzehe, einer halben Zwiebel, einem halben Bund Petersilie (hierbei gerne die Stiele dazugeben, um einen intensiveren Geschmack zu bekommen), dem Saft einer halben Zitrone, 1 TL Backpulver und 2 TL Mehl zu einem klebrigen krümeligen Teig. Diesen Teig nach persönlichem Geschmack mit dem Ras El Hanout würzen. Nun sollte man den Teig für 15 Minuten im Kühlschrank ruhen lassen. Anschließend können die Falafel geformt und entweder in der Pfanne ausgebacken oder frittiert werden.
  5. Kommen wir nun zur Mangosauce. Dafür pürieren wir die eine Hälfte der Mango zusammen mit einem Schuss Fruchtessig und etwas Olivenöl. Die andere halbe Mango wird fein gewürfelt und dann unter die pürierte Mango gemischt – schon ist diese fertig.
  6. Nun kann man anrichten – guten Appetit!
Gebackene Falafel, Hummus & Mangosauce - Rezept (6)

Text & Fotos: Laura Welker