Der erste gute Videospielfilm?

Austin Abrams in Resident Evil (2026)
© Constantin Film

„Resident Evil“ von Zach Cregger

Videospielverfilmungen sind grundsätzlich zum Scheitern verurteilt. Gerade die Reihe „Resident Evil“ hat mit insgesamt sechs katastrophal schlechten Versuchen gezeigt, wie schwierig es ist, aus einem Videospiel einen guten Film zu machen. Zach Cregger (Weapons, Barbarian) wagt sich trotzdem an eine Neuverfilmung der japanischen Videospielreihe von Capcom.

Kurier Bryan (Austin Abrams) bekommt am Ende seiner Schicht noch einen letzten Auftrag: Er soll ein biomedizinisches Paket mit unbekanntem Inhalt mitten in einem Schneesturm ins Krankenhaus von Raccoon City bringen. Auf dem Weg überfährt er eine Frau, die bereits nicht mehr sonderlich frisch aussieht. Kurz darauf wird er von einem Deputy-Sheriff angehalten, der die Situation auch nicht überlebt. Was folgt, ist eine immer weiter eskalierende Abfolge grotesker und blutiger Ereignisse…

Die Kamera folgt Bryan dabei wie in einem Resident-Evil-Spiel: Sie verfolgt ihn und lässt die Zuschauenden sehen, was er sieht. Mit voller Absicht legt der Film klassische Filmlogiken ab. Stattdessen hält er sich sehr genau an die Dramaturgie der Spiele und bleibt dem Spielgefühl gegenüber treu. Gerade durch die vielen humoristischen Einschübe hat man dabei oft das Gefühl, jemandem zuzusehen, der Resident Evil einfach extrem schlecht spielt.

Anstatt die Geschichte eines der Spiele nachzuerzählen, schafft Cregger einen Resident-Evil-Film, der gleichzeitig auch als Spiel funktionieren würde. Er trifft dabei genau die Mischung aus Wahnsinn und Gewalt, die auch die Spiele so hervorragend macht. Denn Resident-Evil-Spiele waren nie komplett ernste Horrorspiele, sondern immer auch überzogene Werke mit Humor.

Dennoch setzt Cregger die Vorlage mit Respekt um und bietet Fans zahlreiche kleine, clevere Anspielungen. Während Nintendo mit seinen grauenhaften Mario-Filmen zeigt, wie man Videospielfilme lieber nicht machen sollte, sieht man hier Kreativität, Mut und Liebe zum Medium. Nach knapp 94 Minuten und einem konsequenten Ende wird klar, wie gut dieser Film tatsächlich war.

Fazit: Zach Cregger schafft das für Unmögliche geglaubte. Dieser Film ist nicht nur der beste Resident-Evil-Film, sondern auch der erste wirklich gute Film, der auf einer Videospielvorlage basiert. Jetzt im Kino.

Text: Kai Möller | Bilder: Constantin Film