Sängerin Michelle David im Interview
Mit vier Jahren begann Michelle David, die in einer New Yorker Kirchengemeinde aufwuchs, zu singen. Im Laufe ihrer Karriere tourte sie mit Broadway-Produktionen und nahm für Stars wie Diana Ross und Michael Bolton auf. Mit ihrer eigenen Band veröffentlichte sie im Februar 2026 ihr bisher persönlichstes Album „Soul Woman.“ Am 11. Oktober bringen Michelle David & The True-Tones ihren unverwechselbaren Sound nun bei Jazz & Einkauf 2026 nach Heilbronn.

Michelle, erinnerst du dich an die erste Platte, durch die du dich in die Musik verliebt hast und die in dir den Wunsch geweckt hat, Sängerin zu werden?
Es gab definitiv einen Song, den ich in Dauerschleife gehört habe. Ich liebte das Lied „The Other Side Of The Rainbow” von Melba Moore. Sie war die dynamischste Sängerin, die ich je gehört hatte. Sie war sowohl ein Broadway-Star als auch eine R&B-Diva.
Und wenn du auf deine eigene Karriere blickst: Gibt es einen speziellen eigenen Song, der für dich von besonderer Bedeutung ist? Einen, den du immer wieder gerne live performst, Abend für Abend?
Das ist wirklich eine schwierige Frage. Ich liebe so viele unserer Songs. Aber wenn ich mich für einen entscheiden müsste, wäre es „Brothers & Sisters“ vom gleichnamigen Vorgängeralbum. Ich wünsche uns allen wirklich Frieden, Liebe und Harmonie. Wir sind alles, was wir haben.
„Ich gehe dortin, wohin mich die Akkorde führen“
Dein neuestes Album „Soul Woman“ fühlt sich wie ein echter Throwback auf klassische Motown- und Stax-Platten an, vom Sound bis hin zum Cover-Artwork. Was war deine Inspiration dahinter?
Ich gehe dorthin, wohin mich die Akkorde führen. Es ist nie eine im Voraus geplante Aufgabe. Die True Tones haben eine große Wertschätzung für die Klassiker. Wenn sie es also fühlen, ziehe ich einfach mit ihnen mit. Ich versuche jedoch nie, nach etwas anderem als mir selbst zu klingen. Die Originale könnten niemals kopiert werden.
Von Broadway-Stücken über unzählige Festivals in ganz Europa bis hin zu den Olympischen Winterspielen 2022 – gibt es einen besonderen Moment auf der Bühne, der dir immer in Erinnerung bleiben wird?
Ich werde mich immer an das „Pinkpop Festival“ erinnern. Ich glaube, das war unser größtes Publikum in jenem Jahr. Es war wahnsinnig. Auf die Bühne zu gehen und den Laufsteg zu betreten… gekleidet in ein bemaltes Cape einer Afro-Göttin, das war episch. Ganz zu schweigen von all den Leuten, die mit erhobenen Händen zu unserer Musik abgingen. Meine Beschreibung wird dem gar nicht gerecht. Der überwältigende Moment war während meines Interviews. Jessie J fuhr gerade in einem Golfkarren vorbei, winkte und schrie: „Hey Girl… Hello“… Da fühlte ich mich wie ein Star.
Am 11. Oktober wirst du mit den True-Tones live in Heilbronn auf der Bühne stehen. Worauf können sich die Leute an diesem Tag freuen?
Erwartet das Unerwartete. Kommt mit offenem Geist und Herz, in dem beruhigenden Wissen, dass ihr einen Raum ohne Vorurteile betreten habt. Das wird euch die Freiheit geben, loszulassen und es einfach zu erleben.

Interview: Florian Deckert











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