Fantasievoll, wie Fantasy es selten ist

Mikkel Robrahn: Magnus Knut Hansen – Ein Mann. Ein Mythos. Ein Moin (Rezension)

„Magnus Knut Hansen – Ein Mann. Ein Mythos. Ein Moin.“ von Mikkel Robrahn

Magnus Knut Hansen ist nicht auf der Suche nach Abenteuer. Als Deichgraf von Dagebüll begnügt er sich damit, in seinem Leuchtturm zu stricken, das Schaf Dörte als einzige Gesellschaft an seiner Seite. Doch als Dörte von zwei Fremden entführt wird, stürzt er sich förmlich hinterher – und landet in einer Parallelwelt, in der sprechende Möwen und eine Smut-lesende Prinzessin ihn in immer abstrusere Unternehmungen verwickeln…

Ich bin kein Fantasy-Fan per se, aber Mikkel Robrahns Romankonzept – das sich dank loyaler Fans von einem Running Gag auf Instagram in ein echtes Buchprojekt verwandelte – klang so herrlich selbstironisch, dass ich nicht widerstehen konnte. Mein Bauchgefühl hat mich nicht getäuscht: Magnus Knut Hansen ist ein wahrer Held wider Willen, ein brummiger Seebär, der seine sensitive Seite nicht versteckt, damit aber auch nicht hausieren geht, der eigentlich nur sein Schaf retten will, aber die Augen nicht vor den Problemen aller anderen verschließen kann, die ihm auf seinem Weg begegnen.

Dazu gehört Prinzessin Elisabeth, die sich mit dem schweigsamen, breitschultrigen Magnus eine ganze Menge Szenarien, die man vielleicht von Booktok kennt (Grumpy x Sunshine lässt grüßen) vorstellen könnte, wofür zwischen Palastkomplott und Drachenkämpfen allerdings wenig Zeit bleibt (und sie ihm erstmal die Begrifflichkeiten nahebringen müsste). Oder die Möwe Marvin, die eine etwas andere Vorstellung von Literatur hat und in Magnus’ Heldenreise den perfekten Plot sieht.

Norddeutscher Charme und kluge Plottwists

Überhaupt strotzt die Story vor humorvollen Referenzen auf die aktuelle Verschmelzung der Buchgenre- und Social-Media-Welten und spielt auf intelligente Weise mit Tropes und Vorurteilen – macht am Ende aber hauptsächlich Spaß. Dafür sorgen die liebevoll gezeichneten Charaktere, Magnus’ norddeutscher Charme („Joa“) und die klugen Plottwists, die hier nicht verraten werden sollen. Wer also vor lauter Werwölfen und Feenlords den Wald nicht mehr sieht, findet hier eine freudige Erfrischung.

Mikkel Robrahn hat bereits die Fantasy-Trilogien „Hidden World“, „Signs of Magic“ und „Avataris“ veröffentlicht. Auch die Geschichte rund um Magnus Knut Hansen ist auf eine Fortsetzung ausgelegt. Der Roman erschien am 4. August 2026 im Self-Publishing via Edition Grace O’Malley.

Text: Dana Wedowski