Wir alle reden gerne über “die Leute in den Sozialen Netzwerken” und blenden dabei fein säuberlich aus, dass wir selbst… nun ja, ebenfalls “die Leute in den Sozialen Netzwerken” sind. Deshalb gilt es jetzt, einmal Selbstkritik zu üben und das eigene Like-, Post- und Scroll-Verhalten ehrlich unter die Lupe zu nehmen.
Velia (28), Heilbronn

Ich nutze regelmäßig Instagram, WhatsApp und Facebook – privat wie auch beruflich. Besonders Instagram öffne ich mehr als alles andere, dennoch würde ich dort gerne weniger Zeit verbringen. Grundsätzlich ist es mir aber wichtig, auf meine Nutzungsmenge zu achten und ich versuche, klare Zeiten dafür einzuplanen. Am meisten an Social Media stört mich, dass man gefühlt immer erreichbar ist. Vor allem auf Instagram entsteht schnell ein großer Druck und der ständige Vergleich mit anderen kann belastend sein. Social Media ganz zu verlassen kommt für mich aktuell nicht infrage, weil es für meine Arbeit eine wichtige Rolle spielt und ich darüber mit Freunden und Familie in Kontakt bleibe, die nicht in meiner Nähe leben. Ein gesundes Netzwerk würde für mich weniger Mobbing, mehr Sicherheit und klare Grenzen bedeuten – also eine Plattform, die echten Austausch fördert, ohne permanenten Leistungsdruck zu erzeugen.
Steffi (38), Heilbronn

Social Media ist für mich als Travel- und Ausflugsbloggerin auf Instagram vor allem eins: pure Freude! Auf meinem Account steffis.world_ teile ich voller Begeisterung unsere Familienabenteuer und die schönen Momente unterwegs. Ich mache genau das, was mir Spaß macht – und freue mich, andere Familien damit eventuell zu inspirieren oder neue Ziele zu zeigen. Natürlich passiert es auch mal, dass man beim Scrollen die Zeit vergisst. Da muss ich mich selbst immer wieder erinnern: Das echte Leben da draußen ist das Wichtigste! Social Media ist toll, um zu inspirieren und zu verbinden, aber das wahre Abenteuer findet offline statt. Für mich wäre ein „gesundes“ soziales Netzwerk eines, das Spaß, Ehrlichkeit und echte Momente feiert – ohne Druck oder Stress. Genau so, wie ich es mit meiner Community liebe: authentisch, lebendig und voller Lebensfreude!
Jenny (32), Bad Rappenau

Ich nutze hauptsächlich Instagram und TikTok – vor allem zur Inspiration, als Informationsmedium und auch, um selbst Impulse zu setzen. Gerade im Bereich Fitness, Lifestyle und Persönlichkeitsentwicklung kann man unglaublich viel mitnehmen. Was mich stört, ist der Wandel hin zu immer mehr Oberflächlichkeit und diesem ständigen Perfektionismus. Man erwischt sich schnell dabei, sich zu vergleichen oder Idealen nachzueifern, die oft nur einen inszenierten Ausschnitt zeigen. Dabei darf man nicht vergessen, dass das, was wir im Feed sehen, meist nur ein kuratierter Ausschnitt ist. Jeder Mensch ist ein Individuum mit eigener Geschichte und Persönlichkeit – und genau die sollte man nicht verlieren. Social Media darf inspirieren, aber es sollte uns nicht definieren.
Thomas (41), Erlenbach

Ich nutze fast ausschließlich Instagram, primär als Inspiration für Reisen, regionale Events und um Kontakt zu Freunden zu halten. Mein Nutzungsverhalten hat sich stark gewandelt. Ich habe das ständige Präsentsein massiv reduziert, um meinen digitalen Fußabdruck klein zu halten und bewusster mit Medien umzugehen. Dennoch werde ich oft zum Opfer des Algorithmus. Aus einem kurzen Nachschauen wird minutenlanges Scrollen durch Reels. Besonders kritisch sehe ich die Inszenierung perfekter Lifestyles und die oberflächliche Darstellung politischer Themen. Obwohl wir wissen, dass dies nur die halbe Wahrheit ist, lassen wir uns oft zu sehr davon beeinflussen. Ein gesundes Netzwerk wäre für mich ein Ort, der weniger auf Schein und mehr auf echtem Austausch basiert. Wir sollten Plattformen für das reale Leben nutzen, statt Energie darin zu verschwenden, das perfekte Bild von uns oder materiellen Dingen zu konstruieren oder darzustellen.
Umfrage: Saban Camili










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