Audio: Madonna, Steve Lacy & Lizzo

Neue Musik im August 2026

Der Hochsommer ist da und es gibt neue Musik für den August 2026. Was die aktuellen Platten von Madonna, Steve Lacy und Lizzo können, haben wir uns angehört.


ALBUM DER AUSGABE

Madonna – Confessions II

Madonna nennt als Inspiration für ihr mittlerweile fünfzehntes Studioalbum nichts weniger als die gesellschaftspolitische Weltlage. Weil die so düster ist, wollte sie ein Uptempo-Album zur Ablenkung machen. Klingt erst mal absurd, aber das Konzept geht voll auf. Musikalisch mixt die Queen Mum des Pop verschiedenste Spielarten von House und Dance zu einem erstaunlichen geschmackvollen Cocktail zusammen. Geschrieben wurde ein Großteil der Songs von Madonna selbst sowie dem Briten Stuart Price, der auch schon den spirituellen Vorgänger „Confessions On a Dancefloor“ von 2005 mitprägte. Lyrisch geht es unter anderem darum, dass gute Taten gut für die Seele sind – was natürlich eine Binsenweisheit ist, aber als Mantra einen interessanten Kontrast zu Synth-Flächen und 4/4-Bassdrum bietet. Spannend wird es auch bei den Downtempo-Nummern wie der Stromae-Kollabo sowie „Betrayal“ und „L.E.S. Girl“. Entgegen aller Erwartungen endet das Album nämlich nicht mit einem Knall, sondern mit ganz unpompöser Selbstermächtigung.

Bewertung: ★★★★★


Steve Lacy – Oh Yeah?

Wie würde eigentlich Psychedelic-Rock klingen, wenn ihn die Gen Z noch mal neu erfinden müsste? Steve Lacys neustes Werk wirkt wie der verspielte Versuch einer Antwort auf diese Frage. Spätestens mit seinem letzten Album „Gemini Rights“ erarbeitete sich der 28-jährige Multiinstrumentalist einen Ruf als Hochtalentierter – was häufig zu einem Dasein als ewiger Kritikerliebling führt, der sich selbst etwas zu wichtig nimmt. „Oh Yeah?“ ist zum Glück viel zu rotzig dafür. Und gleichzeitig noch ambitioniert genug, um nicht als reines Blödel-Album durchzufallen. Alternative Rock trifft auf Green-Day-Songwriting, Trip Hop auf Alternative R&B und Lacys Gesang auf den von Erykah Badu. Ein echter Trip, bei dem jede Abbiegung überrascht. Zur Krönung gibt es den großartigen Closer „bebe“, bei dem zu Folk-Akkorden und verzerrten Riffs verträumt geschunkelt werden darf.

Bewertung: ★★★★


Lizzo – Bitch

Ja, Lizzo ist so etwas wie das Poster-Girl einer ziemlich schlecht gealterten Art von Pop-Musik. Betonte Fröhlichkeit mit der Authentizität eines durchschnittlichen LinkedIn-Posts. Mittlerweile kräht kein Hahn mehr nach diesem Stil, was den etwas überschwänglichen Vorab-Hate für Lizzos neues Album teilweise erklärt. Der ist aber deplatziert, denn die Sängerin hat sich auf „BITCH“ deutlich weiterentwickelt. Der Titeltrack ist eine ziemlich raffinierte Neuinterpretation des gleichnamigen Hits von Meredith Brooks. Abgesehen davon hat Lizzo ihre feministische Message eher fein- als glattgeschliffen. Nur wohin es musikalisch fortan gehen soll – Soul? Pop? Funk? Hip Hop? – ist wohl noch nicht klar. Und daran leidet das Album.

Bewertung: ★★☆☆

Text: Florian Deckert


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