Hier kommt neue Musik für den Oktober 2026. Wir haben in die frischen Releases von Rapper AZ Chicke, der Cyrus-losen Miley und Pop-Aspirantin Adéla reingehört.
ALBUM DER AUSGABE

AZ Chike – No Rest for The Wicked
Ein Rapper aus L.A., der auf dem schmalen Grat zwischen Gangkultur und Gesellschaftskritik wandelt? Kommt einem bekannt vor. Aber AZ Chike ist glücklicherweise eigenständig genug, um Vergleiche mit Kumpel Kendrick Lamar vergessen zu machen. Nach sechs digitalen Releases veröffentlichte er mit „No Rest for The Wicked“ im September nun sein erstes richtiges Album. Auf den 14 Tracks switcht Chike nicht nur locker zwischen lässigem Rumgeprolle und Introspektive, sondern auch zwischen zurückgelehnten Raps und melodischem Sing-Sang. Eine sehr eigene Note bekommt das Album durch die Beats, die aktuellen Westcoast-Sound mit geschmackssicheren Inspirationen aus den 2000ern kombinieren – die Neptunes, Scott Storch und Timbaland lassen grüßen.
Bewertung: ★★★★★

Miley – Bass Persuades
Mittlerweile hat Miley (das „Cyrus“ spart sie sich für dieses Album) keine Lust mehr auf lange Promophasen. Deshalb bastelte sie „Bass Persuades“ schon kurz nach dem Release ihrer letzten Platte und bringt das Werk nun spontan unters Volk. Ein echtes Highlight ist – dem Titel zum Trotz – das relativ Bass-lose „Let’s Get Married”, eine Mid-Tempo-Nummer, auf der Miley unter Beweis stellt, was für eine wahnsinnig gute Sängerin sie ist. Auch „Redlights“ wird komplett von ihrer unverwechselbaren rauchigen Stimme getragen. Ganz am Ende des Albums gibt es mit dem Remix zum Titeltrack noch mal eine Überraschung im Tech-House-Gewand. Fürs nächste Album vielleicht mal komplett in diese Richtung? Am besten gar nicht lange darüber nachdenken und einfach machen.
Bewertung: ★★★★☆

Adéla – Prima
Okay, „I’m like a spy, I studied this shit, call me the K-G-Bitch“ ist eine Zeile, die man so bisher noch nicht im Refrain einer Pop-Single gehört hat. Dabei fasst sie Adélas Mission relative treffend zusammen: Die in der Slowakei geborene Sängerin hat es sich nämlich zum Ziel gemacht, durch harte Arbeit und Disziplin zum Weltstar zu werden. Anders als der KGB und so ziemlich alle weiteren Geheimdienste geht die Sängerin dabei aber nicht wirklich subtil vor. Ihr Debütalbum strotzt nämlich vor platt-anzüglichen Texten und Gen-Z-Klischees, die wirken, als ob ein Label sie vorher auf ihre Tauglichkeit als TikTok-Schnipsel geprüft wurden. Nur manchmal übertüncht die Produktion zwischen Electro Pop und Dance die schlimmsten Plattitüden.
Bewertung: ★★☆☆☆
Text: Florian Deckert
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