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Blasmusik mal anders

Trompeter Robert Giegling im Interview

Robert Giegling erhielt bereits mit sieben Jahren Klavierunterricht, die Trompete folgte ein Jahr später. Ab 2003 begann er ein Studium der Schulmusik an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Mannheim, außerdem schloss der Heilbronner den Diplomstudiengang Jazztrompete mit Bestnote ab. Abseits der klassischen Spielarten arbeitet der heute 37-jährige aber immer wieder auch mit Musikern aus dem Hip Hop oder dem elektronischen Bereich. Wie das zusammenpasst? Darüber hat uns Robert im Interview mehr erzählt.


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Du hast ja bereits im Grundschulalter Trompeten- und auch Klavierunterricht gehabt. Inwiefern beeinflusst dich das heute noch als Musiker – gerade im Vergleich zu Leuten, die keine klassische Musikausbildung haben?
Die Vorteile sind mir vielleicht gar nicht so sehr gleich bewusst: eine gute Technik, das Wissen über Stilistik und auch der Wille und die Herausforderung, am Ball zu bleiben, sich über einen längeren Zeitraum mit einem Stück zu beschäftigen. An dieser Stelle möchte ich meinem ehemaligen Klavierlehrer Uwe Dringenberg und meinem Trompetenlehrer Gerhard Gehring danken! Natürlich führen viele Wege zum Ziel. Genauso wichtig finde ich deshalb den Austausch mit guten Künstlern und Reisen. In New Orleans hat mich zum Beispiel das Selbstbewusstsein und der Soul der Musiker inspiriert, in Havanna waren es unter anderem die Perfektion und der Sound der Musiker.

Klassik trifft Moderne

Heute bist du neben dem Modern Jazz auch im Hip Hop und in der elektronischen Musik zu Hause. Wie ist deine Verbindung zu diesen Musikrichtungen zustande gekommen?
Ich habe Hip Hop immer schon gehört, vor allem amerikanischen East-Coast-Rap. Ich weiß noch, wie ein Freund sich gewundert hat, dass ich trotz Musikstudium immer noch darauf stehe. Für mich ist das kein Widerspruch und Hip Hop eine der wichtigsten Ausdrucksformen des 20. und 21. Jahrhunderts. Mir gefällt, das Beste aus den verschiedenen Welten zu entdecken, den Flow, die Sounds.

Robert Giegling - Trompeter (2)

Elektronische Musik habe ich erst relativ spät für mich entdeckt, im Club, vor allem im Mobilat mit Bolly Noise und in anderen Locations. Mich reizt, dass elektronische Musik eigentlich sehr offen ist und stilistisch sehr viele Freiheiten ermöglicht. Ob ich klassisch, kubanisch, mit R&B-Lines darüber spiele oder mich minimalistisch in den Beat einfüge, Hauptsache der Vibe stimmt und es wird lebendig. Und man kann eine Menge Energie aufnehmen und verbreiten.

Robert Giegling - Trompeter (3)

Gibt es ein Genre, in dem zu bisher noch nicht gearbeitet hast, in dem du dich aber gerne mal ausprobieren würdest?
Ich möchte einfach mit Künstlern zusammenarbeiten, die ich mag, mit bestimmten Leuten, von denen ich vielleicht noch gar nicht weiß, dass es sie gibt. Auch visuelle Künstler und Schauspieler finde ich interessant und Orte, beziehungsweise Begegnungen, die man nicht in erster Linie mit Kunst in Verbindung bringt, am Hafen, im Bergwerk oder in einem Großraumbüro etwa. Am Wochenende habe ich zum Beispiel in Zürich am Set für einen experimentellen Film aufgenommen. Ein Genre, das mich auf jeden Fall noch interessiert ist die Musik des Balkans! Schöne Fragen übrigens 🙂

[FD]


Mehr über Robert Giegling:

www.robertgiegling.de

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