Norman ist 48 Jahre alt, verheiratet, dreifacher Vater, von Beruf Qualitätstechniker – und leidenschaftlicher House-DJ. Wie sein Weg durch drei Dekaden vom Jungle zu Indie Dance, Chigago und Deep House verlief, erzählt er im Interview.
NoKe im Interview
Wie und wo hast du angefangen?
Da müssen wir über 30 Jahre zurück gehen, in die Jungle-Szene Mitte der 90er. Breakbeats und die Partys haben mich damals schon lange fasziniert, deswegen waren wir viel im Mannheimer Raum unterwegs. Unvergessen ist für mich jedoch meine erste Party im legendären Vibration Club in Forst/Heidesee, 1995. Als mein Freund mich mit in den Bereich nahe dem DJ-Pult nahm, konnte ich mir den DJ und den MC aus nächster Nähe betrachten.
Diese Stimmung, dieser Vibe, wie in Trance war ich gefangen, mehr noch geflasht. Noch in derselben Nacht, auf dem Weg zur After Hour, bearbeitete ich meinen Kumpel, dass wir unbedingt Equipment zum Auflegen brauchen. Einige Zeit hat es dann noch gedauert, aber dann standen wir an den Turntables. Wir jamten mit Freunden, später auf privaten Partys und Illegalen. Mitte der 2000er-Jahre fand ich mehr gefallen an der House Music, als dieser Sound „deeper“ wurde. Die Entwicklung des Drum & Bass nahm mich nicht mehr mit, auch das Auflegen verebbte.
Was macht aus einer coolen Party eine unvergessliche Nacht?
Ein gutes Zusammenspiel aus vor allem Ausgelassenheit, Atmosphäre und nicht zuletzt, durch den Vibe der Menschen, die gemeinsame Energie – die perfekte Dynamik eben.
Was war das prägendste Erlebnis deiner Laufbahn?
Definitiv mein erster Aufritt vor beinahe 1000 Leuten. Ein Freund, Mitinhaber der Heimat Distillers, fragte mich, ob ich nicht Lust hätte, bei Ihnen auf deren beliebten After-Work-Partys aufzulegen. Ich war unsagbar nervös! Nach den ersten Tracks fiel diese Anspannung von mir ab, und ich wusste, das ist es. I am back. Mittlerweile freue ich mich sehr, sozusagen Resident der Heimat Destille zu sein. An dieser Stelle ein riesen Dankeschön für den Support an alle Besucher, Freunde und Familie.
Welcher Track regiert zurzeit die Dancefloors?
Das kommt ganz aufs Genre an. Für mich aktuell „Filter My Heart“ von Alessandro Basile.
Was sind absolute No-Gos beim Auflegen?
Immer die gleichen Übergänge und Tonart spielen, man sollte die Musik spüren und dementsprechend kombinieren. Nichts auf dieser Welt ist eine Konstante, alles ist ständig in Bewegung. Deswegen beschreibe ich es wie eine Sinuswelle, ein auf und ab mit Spannungskurven.

BRAINSTORMING
Digital oder analog?
Digital.
Ein guter Mix…
… (lacht) „Heimat Rum Sour“.
Großraumdisko oder kleiner ´Club?
Kleiner Club, weil man die Vibes der Menschen wahrnimmt.
Klassiker oder Aktuelles?
Ganz klar, beides!
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