Audio: Mitski, Harry Styles & Gorillaz

Neue Musik im April 2026

Neue Musik für den April 2026 ist da. Mitski begeistert mit einem Konzeptalbum, Harry Styles küsst und tanzt und die Gorillaz werden tiefgründig.


ALBUM DER AUSGABE

Mitski – Nothing’s About To Happen To Me

Auf ihrem neusten Album erzählt Mitski aus der Perspektive einer Frau, die sich wünscht, vor dem Irrsinn der Welt in die Abgeschiedenheit der eigenen vier Wände zu fliehen. Bedroom-Pop, mal wörtlich genommen gewissermaßen. Wobei „Pop“ Quatsch ist, denn der Mix aus Folk, Alternative-Rock und Country ist alles andere als beliebig. Die innere Zerrissenheit der Erzählung wird ganz eindrücklich durch Mitskis Vortrag deutlich – mal betont zweckoptimistisch, dann wieder kurz vor dem Zusammenbruch. Auf „If I Leave“ unterstreicht die Musik den Kontrast: schleppend Drums werden hier von einer tonnenschweren verzerrten Gitarre durch die Boxen gejagt. In all seiner Eigensinnigkeit ist „Nothing’s About To Happen To Me“ auf eine seltsame Art und Weise nahbar.

Bewertung: ★★★★★


Harry Styles – Kiss All The Time. Disco, Occasionally.

Immer schön zu sehen, wenn ein ehemaliger Boyband-Schnuckel seiner ihm zugedachten Rolle entschwinden und sich endlich kreativ entfalten darf. So geschehen bei Harry Styles, der vor vier Jahren mit „Harry’s House“ ein beachtenswertes Soloalbum veröffentlicht hat. Den schillernden Synthpop von Songs wie „As It Was“ lässt der Brite für sein neustes Werk hinter sich. Dafür wird es, wie der Titel schon verrät, bisweilen Disco-funky. „Oh, can you hear the voice, the one inside your head? Oh, are you listening yet?“, singt Harry Styles dazu. Eine passende Zusammenfassung für den leicht klaustrophobischen Unterton, der sowohl in den Lyrics als auch dem entrückten Vortrag des Sängers mitschwingt.

Bewertung: ★★


Gorillaz – The Mountain

Damon Albarn lässt seine virtuelle Band den Weg der Beatles beschreiten: Wie die Fab Four waren die Gorillaz scheinbar in Indien, um ihr Bewusstsein zu erweitern. Mitgebracht haben sie nicht nur Instrumente wie die Sitar (natürlich), sondern auch eine philosophische Betrachtung über Leben, Tod und Kummer. Anlass dafür sind Todesfälle in den Familien von Damon Albarn und Jamie Hewlett, den kreativen Köpfen hinter der Gruppe. Trotz des ernsten Untertons ist „The Mountain“ lebendig und experimentell, auch wenn es ab der Mitte einen gewissen Durchhänger bekommt. Unter den wie üblich zahlreichen Gastmusikern finden sich auch mittlerweile verstorbene Weggefährten wie Bobby Womack, Tony Allen oder De La Souls Trugoy, der auf dem Hit „Feel Good Inc.“ vertreten war. Vielleicht nicht das beste Gorillaz-Album – aber eventuell das interessanteste seit „Humanz“ von 2017.

Bewertung: ★☆☆

Text: Florian Deckert


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