„28 Years Later: The Bone Temple“
Nachdem die von Alex Garland geschriebene legendäre Zombie-Apokalypsen-Reihe erst 2025 nach langer Zeit eine Fortsetzung bekommen hat, startet jetzt schon der neue Teil in den Kinos. Kann der von Nia DaCosta parallel zu „28 Years Later“ gedrehte „The Bone Temple“ mit den Vorgängern mithalten – oder sie sogar übertreffen?
Die Handlung startet mit den am Ende des letzten Films vorgestellten Jimmys. Ein ultrabrutaler, blonde Perücken tragender Kult, angeführt von Sir Jimmy Chrystal (Jack O’Connell), dem sich der aus dem Vorgänger bekannte Spike (Alfie Williams) zwangsweise anschließt. Parallel dazu versucht Dr. Ian Kelson (Ralph Fiennes), den in der Nähe seines sogenannten Knochentempels lebenden Alpha-Zombie Samson durch Drogen immer weiter zu beruhigen. Die Jimmys befinden sich allerdings auf direktem Kollisionskurs mit dem Tempel.

Wie ein Schlag ins Gesicht
Bereits in der ersten Szene des Films wird eine Intensität erzeugt, die einen sofort wie ein Schlag ins Gesicht trifft. Diese Spannung wird immer weiter angezogen, der Film macht dabei auch nicht vor wirklich grausamen Szenen halt. Während der Vorgänger und andere Zombie-Filme oft die Zombies in den Vordergrund rücken, geht es hier um die Abgründe des Menschen. Die Jimmys wirken dabei wie eine Neuinterpretation der Charaktere aus „Clockwork Orange“, wenn sie tanzend und lachend Unschuldige ermorden. Die Menschheit ist verdorben, die Kultur verkümmert und der Wahnsinn hat überhandgenommen.
„The Bone Temple“ dreht in seiner perfekten Laufzeit von 109 Minuten immer weiter auf. Und wenn dann der religiöse Fanatiker Sir Jimmy Chrystal auf den Wissenschaftler Dr. Ian Kelson trifft, kann man sich auf eine der besten und gleichzeitig verrücktesten Szenen gefasst machen, die man seit langem gesehen hat. In Zeiten von aufgeblähten Serien und Filmen ist es regelrecht erfrischend, einen so kompromisslos komprimierten Film zu sehen.
Ralph Fiennes liefert hier vielleicht die beste Performance seiner Karriere ab. Auch die Nebenrollen sind perfekt besetzt, die Musik und der Soundtrack grandios eingesetzt und die Kameraarbeit ist herausragend.
„28 Years Later: The Bone Temple“ übertrifft nicht nur seinen Vorgänger und alle Erwartungen, sondern ist der beste Teil der ganzen Reihe. Ein extrem intensiver Trip in die Abgründe des Menschen. Spannend, verstörend, zum Nachdenken anregend und stellenweise sogar humorvoll. Seit dem 15. Januar 2026 läuft der Film im Kino.
Text: Kai Möller | Bilder: Sony Pictures











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