Audio: Jeremy Allen White, A$AP Rocky & Quantum Beats

Neue Musik im Februar 2026

Das neue Jahr ist da und es gibt neue Musik im Februar 2026. Dieses Mal mit den frischen Releases von Jeremy Allen White, A$AP Rocky und Quantum Beats.


ALBUM DER AUSGABE

Jeremy Allen White – Springsteen: Deliver Me from Nowhere (Soundtrack)

Nach dem Erfolg der Serie „The Bear“ verschlägt es Hauptdarsteller Jeremy Allen White auf die große Leinwand. Statt einem gestressten Küchenchef mimt er in „Deliver Me From Nowhere“ niemand geringen als Bruce Springsteen. Der Film behandelt die Entstehung von dessen gefeierter Akustik-Platte „Nebraska“ aus dem Jahr 1982 – und die von Allen White im Film gecoverten Songs liegen hier als eigenes Album vor. Den Start macht natürlich der Springsteen-Gassenhauer „Born In The USA“, auch wenn der eigentlich erst später erschien. Aber irgendwo muss man die Leute ja abholen. Wirklich interessant sind nicht nur deshalb aber die ruhigeren Songs wie „Atlantic City“ und „Highway Patrolman“. Hier stimmt vom Gefühl bis hin zur Aufnahmetechnik wirklich alles. Brauchen alteingesessene Fans überhaupt Versionen, die die Originale einfach möglichst genau nachahmen wollen? Wahrscheinlich nicht. Aber wenn selbst der Boss höchstpersönlich die Performance seines Film-Ichs lobt, kann man auch nicht widersprechen. Als Bonus gibt es noch drei Songs inklusive „I Put a Spell On You“ der Schauspieler um Jay Buchanan, die im Film die Stoney-Pony-Band spielt. Großes Kino.

Bewertung: ★★★★★


A$AP Rocky – Don’t Be Dumb

Es muss ätzend sein, ein Album nach gefühlt einem halben Jahrzehnt voller „Jetzt aber wirklich“-Ankündigungen zu veröffentlichen. Denn natürlich erwarten die Leute, dass man all die Zeit genutzt hat, um das Rad oder zumindest mal sich selbst neu zu erfinden. A$AP Rockys Problem dabei ist, dass er praktisch ab Werk den Anspruch des Genre-Grenzgängers gelebt hat. Ja, auf „Don’t Be Dumb“ vermischt er Screwed-Up-Beats mit Einflüssen von Grunge über Morrissey bis Acid Jazz. Aber ähnliche Gratwanderungen hat der New Yorker auch schon auf all seinen vorherigen Alben vollbracht. Die gute Nachricht: Rocky ist kulturell versiert genug, um das Potpourri zu einem schlüssigen Ganzen zu verbinden. Und nicht nur klassische Brecher wie die Single „Helicopter“, sondern auch das nach verrauchter Kellerbar klingende „Robbery“ oder „Fish N Steak“ mit Buddy Tyler, The Creator gehen ziemlich steil.

Bewertung: ★★★☆


Quantum Beats – Lonely Club

Hinter dem kryptischen Pseudonym Quantum Beats stehen die Star-DJs Steve Aoki und Alan Walker. Und der Titel ihrer Kollabo „Lonely Club“ ist mittelschwerer Etikettenschwindel. Man riecht förmlich das Industriegebiet, in dem diese Beats aus einem zur Großraumdisko umformierten Zweckbau wummern. Die glatten Big-Room -Vocals wechseln sich mit vorhersehbaren Build-Ups ab und enden in Drops, die alle pop-elektronischen Geschmacklosigkeiten der letzten Dekade abdecken. Aber irgendwo müssen die stolzen Besitzer von Kameradrohnen ja ihre epischen High-Energy-Beats hernehmen, mit denen sie Extremsport-Slow-Mos untermalen. Doch Moment, was passiert hier kurz vor Ladenschluss noch auf „Resonant Frequencies“? Die verzerrte Bassline könnte man als dreckig bezeichnen, die Drums hitten hart, der Sound wirkt fast französisch-industriell. Doch das bleibt ein rares Highlight, den mit „Fantasy“ werden wir dann doch wieder in feinster Ibiza-Manier verabschiedet.

Bewertung: ★☆☆

Text: Florian Deckert


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