Das erste Must-Play des Jahres

Resident Evil Requiem (Review)

Resident Evil Requiem“ im Test

Zum 30-jährigen Jubiläum der Resident-Evil-Reihe setzt sich Requiem als Ziel, sowohl Fans der actionlastigen Ableger als auch Liebhaber des klassischen Survival-Horror-Gameplays in einem Spiel zu vereinen. Kann der Spagat zwischen den unterschiedlichen Ausrichtungen der Reihe bei Teil 9 gelingen?

In Resident Evil Requiem spielt man abwechselnd zwei unterschiedliche Charaktere: zum einen die FBI-Agentin Grace Ashcroft, zum anderen Leon S. Kennedy, ein alter Bekannter aus den Klassikern der Reihe. Das Spiel beginnt mit der Untersuchung eines verlassenen Hotels, die mit der Gefangennahme von Grace und einem bösen Erwachen in einer von Zombies übernommenen Nervenheilanstalt endet. Die Passagen mit Grace sind dabei klassisches Resident-Evil-Gameplay. Sie kämpft und rätselt sich durch die Nervenheilanstalt, die teilweise stark an das Herrenhaus aus Teil 1 erinnert. Die gruseligen, langsamen Passagen wechseln sich in der ersten Hälfte des Spiels mit kurzen actionreichen Passagen ab, in denen man Leon spielt. Während in der ersten Hälfte das Grace-Gameplay überwiegt, dreht sich dieses Verhältnis in der zweiten Spielhälfte um.

Das Leon-Gameplay ist dabei stark an Resident Evil 4 angelehnt. Leon haut markige Oneliner raus und ballert sich mit einem riesigen Waffenarsenal durch die Zombiehorden. Während die Leon-Passagen durch ihre brachiale Umsetzung sehr viel Spaß machen, liegen die wahren Qualitäten jedoch im Grace-Part. Die Reihe war lange nicht mehr so spannend und hatte solch schaurige Schauplätze. Zwar kommen die Rätsel zu kurz, dennoch bietet gerade die erste Hälfte den einen oder anderen wirklich heftigen Schockmoment. Die Actionpassagen wirken dadurch fast schon erleichternd spaßig.

Grafisch handelt es sich bei Resident Evil Requiem um einen der schönsten Titel dieser Konsolen-Generation. Gerade die Charaktere haben einen unglaublichen Detailgrad und auch das Sounddesign ist herausragend. Wenn der Abspann läuft, bleibt jedoch vor allem eines zurück: der Wunsch nach mehr. Durch die Aufteilung auf zwei Charaktere geht keiner der beiden Gameplayteile wirklich in die Tiefe, was angesichts der ausgezeichneten Qualität des Spiels schade ist. „Resident Evil Requiem“ ist so wunderbar poliert und kurzweilig, dass man am Ende kaum glauben kann, dass es schon vorbei ist.

CapCom schafft es mit „Resident Evil Requiem“, die größten Stärken der Reihe in einem Spiel zu vereinen. Von Survival-Horror bis Action-Gameplay: Requiem fühlt sich an wie ein Best-of Resident Evil und ist ein insgesamt herausragendes Spiel und das erste Must-Play des Jahres. Jetzt erhältlich für PC, PlayStation 5, Xbox Series S/X und Nintendo Switch 2.

Text: Kai Möller | Bilder: Capcom