Audio: Childish Gambino, The Weeknd & The Rolling Stones

 

 

Childish Gambino | “Awaken, My Love!“ | Album des Monats

Eigentlich ist Donald Glover unter seinem bürgerlichen Namen als Schauspieler, Comedian und Autor ja schon gut beschäftigt. Irgendwann legte er sich jedoch mittels Wu-Tang-Name-Generator das Alias Childish Gambino und einen Rap-Karriere als weiteres Standbein zu. Auf Album Nummer Drei widmet sich der 33-jährige jetzt allerdings eindeutig dem P-Funk und Psychedelic Soul – und damit stellt er seine beiden vorherigen Werke mit links in den Schatten. Organische Sounds treffen hier auf verzerre Basslines, Vocoder-getränkte-Vocals und freimütige Songstrukturen. Schmuggel die Scheibe mal in die gut sortierte Plattensammlung deines Vaters und er wird sich fragen, warum er das Ding in all den Jahren nie gehört hat.

Bewertung: 5 von 5 Sternen

 

The Weeknd | Starboy

Abel Tesfaye hat in gerade mal fünf Jahre eine beispielhafte Karriere hingelegt: während die ersten drei Mixtapes 2011 noch auf obskuren Musik-Blogs als das nächste große Ding rumgereicht wurden, laufen die Singles zum dritten Album des Kanadiers nun auch hierzulande auf allen Radiosendern hoch und runter. Doch während besagte Tapes kurz, knackig und kostenlos waren, schwächelt der Mainstream-Weeknd seit jeher, wenn es an „echte“ Alben geht. Zwar sorgen mit Doc McKinney und Cirkut zwei Produzenten aus den Anfangstagen für das passende Soundbild und auch die beiden Gastauftritte von Daft Punk (Michael-Jackson-Moment auf „I Feel It Coming“!) wissen zu überzeugen – überflüssiges Füllmaterial schmälert aber wieder den Gesamteindruck. „False Alarm“ ist trotzdem nach wie vor ein heißer Anwärter auf Song und Video des Jahres.

Bewertung: 3 von 5 Sternen

 

The Rolling Stones | Blue & Lonesome

Einer der ältesten Running Gags der Musikindustrie: die Stones bringen ihr letztes Album raus („dieses Mal aber wirklich!“). Letztes Jahr im Dezember konnten sich die Jungs um Mick Jagger wieder mal nicht zurückhalten und spielten innerhalb von drei Tagen die Platte „Blue & Lonesome“ ein. Wie der Titel vermuten lässt, widmen sich die Rock-Legenden dabei ihren Wurzeln im Blues und covern sich munter durch klassische Nummern von Memphis Slim, Howlin Wolf oder Willie Dixon. Aber hey: wenn das Endergebnis so rund und roh klingt wie diese Scheibe, während Keith Richards nach wie vor keinen Tag älter als 422 Jahre aussieht, wollen wir uns nicht beschweren.

Bewertung: 4 von 5 Sternen