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Oberbürgermeister Harry Mergel im Interview

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Heilbronns Oberbürgermeister ist momentan wahrscheinlich noch stärker beschäftigt, als es sein Amt ohnehin schon fordert. Am 27. März 2020 hat Harry Mergel dennoch ein wenig Zeit gefunden, um uns ein paar Fragen zur derzeitigen Lage rund um das Coronavirus zu beantworten.


Wie hat die aktuelle Situation um die COVID-19-Pandemie Ihren Arbeitsalltag verändert?
Oberbürgermeister Harry Mergel: Corona ist das derzeit dominierende Thema auch in meinem Alltag. Es beschäftigt mich eigentlich rund um die Uhr. Weil wir früh aktiv geworden sind, sind wir gut vorbereitet. Die derzeitige Lage hat eine sehr hohe Dynamik. Das heißt viele Telefonate, Telefon- und Videokonferenzen, Mails, WhatsApps. Um in der Krisenbewältigung jederzeit angemessen und schnell reagieren zu können, habe ich schon Ende Februar einen Stab für außergewöhnliche Ereignisse (SAE) einberufen. In ihm sind alle für die Krisenbewältigung relevanten Ämter vertreten, mit externen Akteuren wie Polizei oder Stadtinitiative findet ein enger Austausch statt. Jeden zweiten Tag tritt der Verwaltungsstab zusammen, er trifft strategische Grundsatzentscheidungen für die Stadt und leitet deren Umsetzung effektiv in die Wege.

Die Informationslage ändert sich aktuell praktisch täglich. Wo können sich die HeilbronnerInnen derzeit am besten über die Lage und entsprechende Anweisungen auf dem Laufenden halten?
Mergel: Wir informieren über alle unsere städtischen Kommunikationskanäle. Die erste Informationsquelle ist unsere städtische Homepage, wo die Bürgerinnen und Bürger gebündelt alles lesen können, was aktuell und für sie wichtig ist. Unter dem Link www.heilbronn.de/coronavirus stehen alle Telefonnummern und Hotlines, die in der derzeitigen Ausnahmesituation weiterhelfen. News gibt’s auch über www.facebook.com/heilbronn.de, www.instagram.com/heilbronn_de, www.youtube.de/user/stadtheilbronn und www.twitter.com/heilbronn_de. Darüber hinaus bedient meine Pressestelle natürlich auch die klassischen Medien, also Zeitungen, Magazine, Radio, Fernsehen, die intensiv über das, was wir tun, berichten.

Viele HeilbronnerInnen spüren schon jetzt die Auswirkungen der Coronakrise: einerseits die Menschen, die in Krankenhäusern, in der Pflege oder auch im Lebensmittelhandel bis an die Belastungsgrenze arbeiten – andererseits Kultur, Gastronomie und Selbstständige, wo Unternehmen finanziell hart getroffen werden. Was können Sie den Leuten in diesen Situationen mit auf den Weg geben?
Mergel: Eine Situation wie diese hat wohl keiner von uns bisher erlebt. Und ganz ehrlich, ich hätte sie mir vor wenigen Wochen auch nicht vorstellen können. Alle, die jetzt in den sogenannten systemrelevanten Bereichen den Alltag aufrechterhalten, leisten Großartiges, jeder an seinem Platz. Das können wir gar nicht genug würdigen. Parallel dazu stürzen andere von heute auf morgen in wirtschaftliche Schwierigkeiten und stehen vor einer bangen Zukunft. Bund und Länder haben Fördermöglichkeiten und Unterstützungspakete in unterschiedlichster Form geschnürt.

Ich rate allen Betroffenen, sie zu nutzen, auch wenn damit nicht alle Probleme zu lösen sind. Links zu den einzelnen Angeboten haben wir ebenfalls auf www.heilbronn.de/coronavirus zusammengestellt. Wir von städtischer Seite werden im Rahmen unserer Möglichkeiten tun, was wir tun können. In Anbetracht der dynamischen Lage ist aber auch da noch vieles im Fluss. Auch wenn die Situation sehr ernst ist, sollten wir dennoch nie unsere Zuversicht, Hoffnung und unseren Mut verlieren. Und wenn es irgendwie geht, auch den Humor nicht.

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